23. Mai 2020 / Streaming
HIER = JETZT 2020
Stella Schmidt
Yalla Tnam 2.0

schwere reiter tanz

„Oh my darling babe, take me in your arms, don't let me be a stranger.
 Oh, I wish I'd find a giant heart to crawl up inside and sleep, where everything is still, where there is no more war, where everything is one. 
In your arms, where everything is one, in your arms I shine.“

Das Stück „Yalla Tnam“ fokussiert die Flüchtlingskrise und die Geschichte jedes einzelnen auf seinem Weg. Der erste Teil des Stücks entstand, nachdem ich viel Kritik an Flüchtlingen erlebt habe, obwohl die Geschichten der Menschen meist verborgen blieben. Die Menschen sehen nur den Ist-Zustand, doch wissen nichts über die Vergangenheit dieser Personen und das große Leid, das sie erleben mussten. Mit den Taschenlampen, die nur einzelne Szenen beleuchten und nie das große Ganze zeigen, wollte ich dazu anregen, die Dinge zu hinterfragen und mehr herausfinden zu wollen. Das Duett „Yalla Tnam 2.0“ ist die Fortsetzung. Hier gehen wir mehr auf die Flucht ein und die Grausamkeiten die damit verbunden sind. Der zweite große Punkt in dem Stück ist das Militär. Durch eine Motivationsrede eines Soldaten um andere Soldaten anzuwerben und die Geschichte eines Soldaten im Krieg entsteht die Ironie. Viele Geschichten lassen die Soldaten wie Tiere erscheinen. Das Militär wird oft mit so viel Ehre und Stolz in Zusammenhang gebracht, obwohl die Realität reine Grausamkeit widerspiegelt.



HIER = JETZT
Die Plattform für zeitgenössischen Tanz HIER=JETZT wurde 2016 von den Tanztendenz-Mitgliedern Johanna Richter und Birgitta Trommler ins Leben gerufen und in Koproduktion mit Tanztendenz München e.V. realisiert. Hier erprobten zeitgenössische Choreograf*innen erste Stückansätze und setzten ihre Konzepte in Arbeitsskizzen, Kurzchoreografien, Ausschnitte aus Produktionen und work in progress künstlerisch um. HIER = JETZT 2020 war Ende April/Anfang Mai an zwei Wochenenden im schwere reiter geplant und musste als Live-Event auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Unter professionellen Bedingungen und Einhaltung strikter Hygiene-Maßgaben sowie der tagesaktuellen staatlichen Regelungen konnten jedoch die Arbeiten von
14 Choreograf*innen auf Video aufgezeichnet werden und stehen nun dem Publikum digital zur Verfügung. So macht HIER = JETZT 2020 auch in Zeiten von Corona das vielfältige Potential der Münchner Tanzszene sichtbar und setzt ein Zeichen der Solidarität mit den lokalen Künstler*innen. HIER = JETZT 2020 online lädt, wie auch die live-Plattformen der letzten Jahre, zu einem Austausch über Ästhetiken, Ansätze, Ziele und Vorstellungen von Tanz und Performance und setzt Impulse für ein kontinuierliches künstlerisches Schaffen.


TEAM Yalla Tnam 2.0
Tanz: Ellen Johansson, Sonja Golubkowa


Team HIER = JETZT
Konzept, Leitung: Johanna Richter & Birgitta Trommler
Technische Leitung, Lichtdesign: Rainer Ludwig / Ton: Andi Kern / Produktionsleitung: Angelika Endres
Organisation: Búi Rouch / Video: Tim Bergmann / Presse: Martina Missel & Katharina Wolfrum
Assistenz: Jochanah Mahnke / Foto: Mehmet Vanli / Graphik: Martina Baldauf


HIER=JETZT wird unterstützt vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München, durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, durch die Kulturstiftung der Sparkasse München sowie den Bezirksausschuss 09 Neuhausen- Nymphenburg.
In Kooperation mit der Tanztendenz München e.V.
Mit Dank an Iwanson International, Bad Lemons, TanzQuelle und an das Tanzprojekt München.

Es wurde unter Einhaltung Einhaltung strikter Hygiene-Maßgaben sowie der tagesaktuellen staatlichen Regelungen, zu denen sich alle Teilnehmer*innen verpflichteten, geprobt. Der Mindestabstand wurde auch in der künstlerischen Arbeiten eingehalten. Nur Lebensgemeinschaften, Paare, oder Teilnehmer*innen aus gemeinsamen Haushalten während des Lockdown, arbeiteten in normaler Nähe. Mit 76 Putzeinheiten wurde nach jeder Probe und vor jedem Wechsel Böden gereinigt und Türklinken sowie ggf. technische Geräte desinfiziert. So wurde konsequent gewährleistet, dass die gesundheitliche Gefährdung der Künstler*innen untereinander ausgeschlossen ist.
 
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schwere reiter wird gefördert durch
das Kulturreferat der LH München