{"id":5257,"date":"2025-06-30T09:50:59","date_gmt":"2025-06-30T07:50:59","guid":{"rendered":"https:\/\/schwerereiter.de\/?p=5257"},"modified":"2025-07-08T13:34:11","modified_gmt":"2025-07-08T11:34:11","slug":"blickwinkel-10-25-der-schwere-reiter-blog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schwerereiter.de\/?p=5257","title":{"rendered":"Blickwinkel 10\/25 | der schwere reiter blog"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;|||||on|||&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset4&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]<p>Die Serie &#8222;Blickwinkel&#8220; erscheint alle 14 Tage in unserem Newsletter. Hier schreiben Mitarbeitende des schwere reiter \u00fcber ihre Arbeit, geben Einblick hinter die Kulissen, portr\u00e4tieren K\u00fcnstler*innen, beleuchten kulturpolitische Aspekte oder informieren \u00fcber wichtige Belange des schwere reiter.<\/p>[\/et_pb_text][et_pb_divider _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][\/et_pb_divider][et_pb_heading title=&#8220;Was darf Kunst noch fragen? | Blickwinkel 10\/25&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_heading][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>Warum ist Kunst relevant? Soll sie sich politisch positionieren? Und wenn ja, wie, ohne vereinnahmt zu werden? Diese Fragen standen im Zentrum des flausen+Bundeskongresses \u201eFreie Theater im Gegenwind. Mut zum Wandel\u201c, der vergangene Woche in Chemnitz stattfand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn der Gegenwind ist real: In politischen Haushalten, wo Kultur schnell zur K\u00fcr erkl\u00e4rt wird. In gesellschaftlichen Diskursen, in denen die Vielstimmigkeit der Freien Szene \u2013 ihr experimenteller, queerer, dezentraler Charakter \u2013 zunehmend unter Druck ger\u00e4t. Besonders deutlich zeigt sich das in Regionen, wo noch mehr als anderswo rechtsextreme Haltungen selbstverst\u00e4ndlicher Teil der politischen Realit\u00e4t sind.<\/p>\n<p>Wie also umgehen mit dieser Lage? Position beziehen \u2013 oder lieber stillhalten? Und was sagt es \u00fcber unsere Zeit, wenn gerade der Raum, der Ambivalenz aushalten kann, selbst infrage gestellt wird?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei lohnt es sich, zwei Perspektiven zu unterscheiden: Die eine ist die der Kunst selbst \u2013 eigensinnig, suchend, oft mehr fragend als antwortend. Die andere ist die der Kulturpolitik, die zunehmend mit dem Begriff der \u201egesellschaftlichen Relevanz\u201c operiert und der Kunst konkrete Aufgaben zuschreibt: Sie soll integrieren, Haltung zeigen, Demokratie st\u00e4rken. Doch decken sich diese Erwartungen mit k\u00fcnstlerischer Praxis? Und umgekehrt: Was fordert die Kunst von der Kulturpolitik? Verl\u00e4sslichkeit? Freir\u00e4ume? Schutz vor funktionaler \u00dcberforderung? Die Debatte wird produktiver, wenn diese Blickrichtungen nicht vermischt, sondern als jeweils eigenst\u00e4ndig anerkannt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und vielleicht geht es dabei gar nicht in erster Linie um Mut. Was in Chemnitz sp\u00fcrbar wurde \u2013 im Austausch zwischen K\u00fcnstler*innen, Theatermacher*innen, F\u00f6rderinstitutionen \u2013 war vielmehr: Alle sp\u00fcren, dass sich etwas ver\u00e4ndert. Dass ein Wandel im Raum steht, ob als Bedrohung oder als M\u00f6glichkeit. Die Soziologie spricht vom Verlust gemeinsamer Narrative, von einer Gesellschaft in einer Resonanzkrise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die eigentliche Frage ist also: Welche neuen Geschichten lassen sich erz\u00e4hlen? Geschichten, die verbinden, statt zu spalten. Welche Narrative braucht die Gesellschaft \u2013 und welche braucht die Kunst? Wie lassen sie sich finden? Und durch wessen Stimmen, in wessen R\u00e4umen, mit welcher Sprache?<\/p>\n<p>Gerade die Freie Szene, mit ihrem Mut zum Experiment, mit ihrer Widerspr\u00fcchlichkeit und Un\u00fcbersichtlichkeit, k\u00f6nnte ein Ort sein, an dem solche Narrative entstehen \u2013 nicht als fertige Antworten, sondern als verhandelbare Ergebnisse einer stetigen Suche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein starkes Beispiel f\u00fcr das Spektrum an Perspektiven war die Debatte<\/p>\n<p>(hier nachzuh\u00f6ren) zwischen Sasha Marianna Salzmann, Philipp Ruch und Simon Strau\u00df im Rahmen der vom Fonds Darstellende K\u00fcnste ausgerichteten Reihe \u201eDie Kunst, Viele zu bleiben\u201c. W\u00e4hrend Ruch die Kunst als politisch ohnm\u00e4chtig beschrieb, sah Strau\u00df in ihr eine gesellschaftsrettende Kraft. Salzmann wiederum sprach \u00fcber die ganz pers\u00f6nliche Kraft des Schreibens. Keine Einigkeit \u2013 aber ein starkes Pl\u00e4doyer f\u00fcr Vielstimmigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht zuletzt: Chemnitz selbst war mehr als nur Kulisse f\u00fcr diesen Kongress. Als Kulturhauptstadt Europas 2025 tr\u00e4gt die Stadt das Motto \u201eC the unseen\u201c \u2013 und tats\u00e4chlich sehen viele sie zum ersten Mal. Zwischen ehemaligen Fabrikhallen, dem \u00fcberlebensgro\u00dfen Karl-Marx-Kopf (\u201eNischel\u201c) und neuen Kulturorten und Zwischennutzungsprojekten zeigt sich ein Ort im Umbruch, an der Schnittstelle von Vergangenheit, Bruch und Aufbruch. Also genau der richtige Platz f\u00fcr eine solche Debatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch wir am schwere reiter wollen R\u00e4ume schaffen, in denen das Suchende, Unfertige und Viele Platz hat, Widerspruch und Reibung ausgehalten werden. Nicht als Statement, sondern als Haltung. Und wir laden Sie ein, Teil davon zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andreas Schlegel (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer)<\/p>\n<p>und Anna Maria Zimmermann (Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit)<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_comments _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][\/et_pb_comments][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Serie &#8222;Blickwinkel&#8220; erscheint alle 14 Tage in unserem Newsletter. 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